Manchmal muss man der Gerechtigkeit auf die Sprünge helfen

Wir haben einen Quotenkater. Dazu habe ich zwei Töchter, neun und vier Jahre alt, einen Sohn, sechs, und einen Mann. Meinen Kindern möchte ich eine Welt zeigen, in der alle die gleichen Chancen haben, unabhängig von individuellen Unterschieden wie Geschlecht, Aussehen, Sexualität. Ich will das aber nicht nur erzählen wie in einem Märchenbuch oder einem Science-Fiktion-Roman, sie sollen Chancengerechtigkeit jeden Tag sehen. Ich möchte nicht, dass meine Kinder in einer Welt aufwachsen, in der dunkelblaue Krawattenträger die politische Landschaft prägen – und das als normal angesehen wird!

 

Die Frage nach Gerechtigkeit und Gleichheit hat früh einen politischen Menschen aus mir gemacht.  Schnell merkte ich, dass vieles nur Parolen sind. Ich war ernüchtert, als ich feststellte, dass – zumindest für mich – zu wenig Gehalt dahinter war. Die Versprechen hielten nicht.

 

Ich stellte fest, dass es hierzulande jeweils extrem lange dauerte, bis Probleme angesprochen werden, von der Lösung, der Veränderung, ganz zu schweigen. Kein bezahlter Elternurlaub, fehlende ausserhäusliche Betreuungsplätze, kaum Tagesstrukturen oder Tagesschulen, fehlende Teilzeitstellen, lange Arbeitszeiten, weil wir ja alle so unentbehrlich sind, auch abends um 18 Uhr. Wo kämen wir denn hin, wenn Herr Meier jeweils einen Tag frei hätte und die Kundinnen und Kollegen so lange mit ihren weltbewegenden Problemen auf ihn warten, oder sich in der Zwischenzeit mit Frau Müller begnügen müssten? Auch nicht angesprochen wurde in den vergangenen Jahren die extrem schwache politische Vertretung der Frauen auf allen Ebenen. 

 

Sind wir ein Land von „Unter-den-Tisch-Kehrern“? Können wir Probleme nicht aussprechen, auch wenn sie uns ins Gesicht springen? So kam es mir vor nach den letzten Landtagswahlen. Ich kann heute noch schwer in Worte fassen, wie unbegreiflich es für mich war. Diese Leere. Diese Worthülsen. Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich begriffen habe, dass viele das Problem tatsächlich nicht sahen. Ich dachte tatsächlich, mit der Quote etwas vorzuschlagen, das ein Problem löst und daher auf Akzeptanz stossen würde.

 

Es ist für mich so eine extreme Selbstverständlichkeit, dass Frauen und Männer ausgewogen vertreten sind in politischen Gremien. Viele andere Probleme würden sich dann von selbst lösen. Oder würden zumindest mit stärkerer Stimme und breiter Akzeptanz angesprochen werden.

 

Quoten sind kein Allheilmittel, sie sind keine Religion und niemand sollte sich nur darüber identifizieren. Aber sie sind ein Hilfsmittel, um eine gerechte Situation herzustellen. Wie eine Krücke bei Verletzungen, ein Handicap im Sport, der Motor im E-Bike. Meine Kinder fahren alle mit unterschiedlichen Fahrzeugen durch die Gegend – vom vierrädrigen Laufrad bis zum Velo. Wenn jeder ein Mountainbike mit 29 Zoll hätte, wäre das ungerecht. Stimmts? Eben.

Wir haben einen Quotenkater. Dazu habe ich zwei Töchter, neun und vier Jahre alt, einen Sohn, sechs, und einen Mann. Meinen Kindern möchte ich eine Welt zeigen, in der alle die gleichen Chancen haben, unabhängig von individuellen Unterschieden wie Geschlecht, Aussehen, Sexualität. Ich will das aber nicht nur erzählen wie in einem Märchenbuch oder einem Science-Fiktion-Roman, sie sollen Chancengerechtigkeit jeden Tag sehen. Ich möchte nicht, dass meine Kinder in einer Welt aufwachsen, in der dunkelblaue Krawattenträger die politische Landschaft prägen – und das als normal angesehen wird!

 

Die Frage nach Gerechtigkeit und Gleichheit hat früh einen politischen Menschen aus mir gemacht.  Schnell merkte ich, dass vieles nur Parolen sind. Ich war ernüchtert, als ich feststellte, dass – zumindest für mich – zu wenig Gehalt dahinter war. Die Versprechen hielten nicht.

 

Ich stellte fest, dass es hierzulande jeweils extrem lange dauerte, bis Probleme angesprochen werden, von der Lösung, der Veränderung, ganz zu schweigen. Kein bezahlter Elternurlaub, fehlende ausserhäusliche Betreuungsplätze, kaum Tagesstrukturen oder Tagesschulen, fehlende Teilzeitstellen, lange Arbeitszeiten, weil wir ja alle so unentbehrlich sind, auch abends um 18 Uhr. Wo kämen wir denn hin, wenn Herr Meier jeweils einen Tag frei hätte und die Kundinnen und Kollegen so lange mit ihren weltbewegenden Problemen auf ihn warten, oder sich in der Zwischenzeit mit Frau Müller begnügen müssten? Auch nicht angesprochen wurde in den vergangenen Jahren die extrem schwache politische Vertretung der Frauen auf allen Ebenen. 

 

Sind wir ein Land von „Unter-den-Tisch-Kehrern“? Können wir Probleme nicht aussprechen, auch wenn sie uns ins Gesicht springen? So kam es mir vor nach den letzten Landtagswahlen. Ich kann heute noch schwer in Worte fassen, wie unbegreiflich es für mich war. Diese Leere. Diese Worthülsen. Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich begriffen habe, dass viele das Problem tatsächlich nicht sahen. Ich dachte tatsächlich, mit der Quote etwas vorzuschlagen, das ein Problem löst und daher auf Akzeptanz stossen würde.

 

Es ist für mich so eine extreme Selbstverständlichkeit, dass Frauen und Männer ausgewogen vertreten sind in politischen Gremien. Viele andere Probleme würden sich dann von selbst lösen. Oder würden zumindest mit stärkerer Stimme und breiter Akzeptanz angesprochen werden.

 

Quoten sind kein Allheilmittel, sie sind keine Religion und niemand sollte sich nur darüber identifizieren. Aber sie sind ein Hilfsmittel, um eine gerechte Situation herzustellen. Wie eine Krücke bei Verletzungen, ein Handicap im Sport, der Motor im E-Bike. Meine Kinder fahren alle mit unterschiedlichen Fahrzeugen durch die Gegend – vom vierrädrigen Laufrad bis zum Velo. Wenn jeder ein Mountainbike mit 29 Zoll hätte, wäre das ungerecht. Stimmts? Eben.